Ausgabe Nr. 5
19. Juli 2026
Wochenblatt
Normen, Technik und Branche – kompakt für dein Elektrohandwerk
Neue Qualifikation EFK fft ab Juli
Maschinennorm DIN EN 60204‑1 überarbeitet
Fachkräftemangel: Aktuelle ZVEH Zahlen 2026
Neue Pflichten ab 1. Juli treffen Betriebe
Qualifikation
EFK fft – seit Juli 2026, Kurs in Köln 13.–17. Juli
Neue Elektro­fachkraft­qualifikation für Quer­einsteiger

Mit der "Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten" (EFK fft) entsteht ein neuer, flexibler Ausbildungsweg für Quereinsteiger ins Elektrohandwerk.

Bislang durften nur klassisch ausgebildete Elektriker an Stromkreisen arbeiten. Die EFK fft lockert diese Hürde gezielt: Anlagenmechaniker, Monteure oder Produktionsmitarbeiter können künftig festgelegte elektrische Tätigkeiten legal ausführen, ohne eine dreijährige Elektro-Lehre zu absolvieren.

Die DEKRA Akademie bietet dazu ein praktisches Modul mit 38 Unterrichtseinheiten Praxis und einer Prüfung an. Der erste Kurs findet vom 13. bis 17. Juli 2026 direkt in Köln statt.

Für Betriebe: Die EFK fft kann helfen, den akuten Personalmangel bei einfachen, klar abgegrenzten elektrischen Tätigkeiten kurzfristig abzufedern.
Quelle: ZVEH, DEKRA Akademie, ad-hoc-news.de
Normung
DIN EN 60204‑1 (VDE 0113‑1): 2026‑06
Elektrische Ausrüstung von Maschinen umfassend überarbeitet

Die zentrale Sicherheitsnorm für die elektrische Ausrüstung von Maschinen wurde in der Ausgabe 2026‑06 grundlegend überarbeitet.

Die Änderungen betreffen unter anderem Antriebssysteme, elektromagnetische Verträglichkeit und den Überstromschutz. Auch die Anforderungen an die technische Dokumentation wurden präzisiert.

Für Betriebe, die Maschinen und Anlagen elektrisch ausrüsten oder prüfen, bildet diese Norm weiterhin die zentrale Grundlage für die sichere und normkonforme Umsetzung.

Merke: Bei neuen Maschinenprojekten die aktualisierten Anforderungen an Antriebssysteme und Dokumentation von Anfang an einplanen.
Quelle: DIN EN 60204‑1 (VDE 0113‑1), elektrofachkraft.de
Branche
ZVEH Frühjahrskonjunkturumfrage 2026
Fachkräfte­mangel bleibt trotz sinkender Zahlen bestehen

Die aktuelle ZVEH-Erhebung zeigt: Rund 65.000 Stellen sind im E-Handwerk aktuell offen, etwa 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang betrifft vor allem an- und ungelernte Helfer.

Gleichzeitig melden weiterhin 46 Prozent der Betriebe offene Stellen. Der Umsatz der Branche sank 2024 um 4 Prozent auf 84,3 Milliarden Euro, die Zahl der Beschäftigten ging ebenfalls zurück.

Bis 2036 gehen laut Institut der deutschen Wirtschaft rund 16,5 Millionen Babyboomer in Rente, während deutlich weniger junge Fachkräfte nachrücken.

Einordnung: Weniger offene Stellen heißt nicht weniger Bedarf, sondern vorsichtigere Betriebe. Der strukturelle Fachkräftemangel bleibt langfristig bestehen.
Quelle: ZVEH, elektromarken.de, elektrowirtschaft.de
Betriebsführung
In Kraft seit 1. Juli 2026
Neue Sicherheits­pflichten treffen Betriebe mitten im Personalmangel

Zum 1. Juli 2026 sind mehrere neue Pflichten in Kraft getreten, unter anderem im Fuhrparkmanagement für Fahrzeuge über 2,5 Tonnen.

Gleichzeitig fehlen vielerorts qualifizierte Elektrofachkräfte, um vorgeschriebene Prüfungen wie DGUV V3 überhaupt durchzuführen. Allein in Koblenz waren Ende Juni rund 110 Elektriker-Stellen offen.

Für kleinere Betriebe bietet die Berufsgenossenschaft Holz und Metall kostenfreie, aber verpflichtende Grundlagenseminare an, um die gesetzlichen Anforderungen eigenverantwortlich umzusetzen.

Für die Praxis: Wer DGUV-V3-Prüfungen aktuell nicht personell abdecken kann, sollte frühzeitig externe Prüfkapazitäten einplanen statt Fristen zu riskieren.
Quelle: ad-hoc-news.de, BGHM
Kurzmeldungen
Mindestlohn Elektrohandwerk bleibt bei 14,93 €
Der Branchenmindestlohn im Elektrohandwerk gilt im Rahmen des laufenden Tarifvertrags unverändert bis Ende 2026.
VDE-AR-N 4100 weiterhin in Überarbeitung
Die Anschlussregel für Niederspannungsanschlüsse ist weiterhin offiziell in Überarbeitung, relevant vor allem für PV, Speicher und Wallboxen.
Deutsche Bahn schafft 5.200 neue Ausbildungsplätze
Für 2026 plant die Deutsche Bahn rund 5.200 Azubi- und dual Studienplätze. Elektroniker zählen zu den zentralen gesuchten Berufsgruppen.
Neue Leuchtennorm in Vorbereitung
Die E DIN EN IEC 60598‑2‑2 (VDE 0711‑2‑2) liegt als Entwurf 2026‑09 vor und betrifft künftig Einbauleuchten.
Mehr Elektrotechnik?
Schau dir unsere letzten Beiträge an.
Jede Woche neu auf elektrogenius.de/news
@elektrogenius